Mehrere Bußgelder für Privatperson wegen offenen E-Mail-Verteilers

Wer seinen Mailverteiler nicht in BCC (Blind Carbon Copy/Blindkopie) versteckt, kann auch als Privatperson gegen den Datenschutz verstoßen. Das bekam nun ein Mann in Sachsen-Anhalt zu spüren.

 

Der Schutz personenbezogener Daten kann auch bei Privatpersonen durch offene E-Mail-Verteiler verletzt werden. Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtete, hat der Landesdatenschutzbeauftragte von Sachsen-Anhalt, Harald von Bose, aus diesem Grund mehrere Geldbußen gegen einen Mann aus Merseburg festgesetzt. Dieser soll wiederholt Mails im offenen Verteiler verschickt haben, über den bis zu 187 personenbezogene E-Mail-Adressen für jede im Verteiler eingetragene Person einsehbar waren. In einem solchen Fall ist eine explizite Einwilligung der Betroffenen notwendig, die der Mann offenbar nicht vorweisen konnte. Deshalb habe der Mann eklatante Verstöße gegen die DSGVO begangen, erklärte von Bose.

 

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung findet zwar nach Artikel 2 keine Anwendung bei der Datenverarbeitung "durch natürliche Personen zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten". Das heißt, dass im privaten Umfeld durchaus ein offener E-Mail-Verteiler erlaubt ist - für die Kommunikation außerhalb dieses Bereichs, wie in diesem Fall, gilt die Ausnahme jedoch nicht.

 

Aus diesem Grund empfehlen wir, beim Versand an mehrere externe Empfänger diese grundsätzlich in das Feld BCC einzutragen. So kann der jeweilige Empfänger die anderen E-Mail-Adressen nicht einsehen.